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UpDate: 13.11.2013

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CHEERLEADING
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Teil 1

SPASS + ANFEUERN bei SPIELEN und WETTKÄMPFEN

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CHEERLEADER IN DEUTSCHLAND
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"Ausziehen, ausziehen"
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Nach den Master-Studiengängen schwappen jetzt auch die Begleiterscheinungen des amerikanischen Studentenlebens über den Atlantik. Cheerleader treffen hierzulande jedoch auf Unverständnis.

Auftritt der "Silver Streaks" in Berlin: Fünfmal falsche Locken

 

Das Haarteil mit den winzigen Löckchen hat sich Christina Hahnfeld, 26, beim Friseur-Versand bestellt. "Früher habe ich am Abend vor einer Show stundenlang meine Haare in kleine Korkenzieherlocken aufgerollt", erzählt sie. Jetzt geht es schneller. Nadine, die bei den anderen Mädels "der rote Feger" heisst, bindet die falschen Locken mit einer hellblauen Schleife an Christinas glatten braunen Pferdeschwanz. Die "Silver Streaks Cheerleader" haben noch wenige Minuten bis zu ihrem Auftritt.

Im Saal des Berliner Clubs "Kalkscheune" hängen Hunderte von blauen, roten und weissen Luftballons. Auch die amerikanische Flagge erinnert an die Bilder aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf.

Doch hier sollen deutsche Studenten erfahren, wie es an amerikanischen Unis zugeht. Für das Rahmenprogramm hat die Austauschorganisation Council Exchanges die Cheerleader-Gruppe engagiert.

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Eigentlich cheeren Christina und Nadine sonst nur für die Berlin Rebels, ihr Footballteam. Denn traditionell sind Cheerleader die Einheizer beim American Football, "Cheers" heissen die Schlachtrufe, mit denen sie ihre Mannschaft anfeuern. Mit einem "Huddle" beginnen die Silver Streaks ihre Show. Dazu stecken die fünf Mädchen im Kreis ihre Köpfe zusammen und schreien "Go Rebels go" - was ohne das Echo der Footballfans auf dem Spielfeld ein bisschen verloren wirkt.

Die falschen Locken aller fünf Pferdeschwänze wippen synchron im Takt der harten Breakbeats. Die Silver Streaks setzen an zum Spagat in der Luft, ihre weissen Cheerleader-Röckchen fliegen hoch. Vielleicht liegt es an den knappen Röcken, wenn in Deutschland die meisten Fussballfans Cheerleaderinnen für Go-go-Girls halten.

Bei einem Auftritt der Silver Streaks vor einem Bundesligaspiel von Hertha BSC brüllte das ganze Stadion minutenlang "Ausziehen, ausziehen". "Da musst du dann einfach drüberstehen und stolz sein, dass du ein Cheerleader bist", sagt Christina.

Viele Austauschstudenten von Council Exchanges werden in den USA Cheerleader. Christina, die während ihres Jurastudiums auch in Amerika war, hat mit dem Cheerleading aber schon in Deutschland angefangen, beim Footballteam Berlin Bears. Die Entscheidung für diesen Sport hatte natürlich "irgendwie mit Amerika zu tun", erzählt sie. "Mit 14 habe ich den Film 'Can't Buy Me Love' gesehen. Danach war für mich klar: Ich werde auch Cheerleader."

"Can't Buy Me Love" ist ein klassischer Cheerleader-Film, und der Plot solcher Filme ist immer gleich: Auf dem College herrscht heftige Konkurrenz unter den Studentinnen. Nur die schönsten Mädchen ergattern einen Platz im begehrten Cheerleader-Team und kriegen die tollsten Footballspieler. Sie feiern wilde Partys, während die anderen brav studieren. Ausserdem gibt es noch eine Menge heisser Tänze zu sehen. Cheerleader zu sein, so viel wird klar, ist eine Riesenauszeichnung - zumindest in den USA.

In Deutschland haben zwar inzwischen Bachelor- und Master-Abschlüsse an den Unis Einzug gehalten. Die Cheerleader haben es jedoch noch schwer. "Ich glaube, unter den Juristen bin ich die einzige Cheerleaderin", erzählt Christina. "Einige Kommilitonen reagieren schon ziemlich verständnislos."

"Auch wenn wir im bauchfreien Top auftreten, machen wir einen knallharten Sport"

Bislang hat keine deutsche Uni ein eigenes Cheerleader-Team - sowenig wie Uni-eigene Footballmannschaften üblich sind. Die Cheerleader hier zu Lande sind über die mittlerweile zahlreichen Footballvereine organisiert. Doch cheerleadende Studentinnen gibt es einige, sagt die Lehramtsstudentin Kristin Nogai, 28, die "Cheerleader-Beauftragte" des American Football Verbands. Wie Christina studiert auch sie an der Freien Universität (FU).

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Cheerleader-Alltag: Bis zu viermal die Woche TrainingVor der FU hängen seit Wochen Poster mit einer reichlich geschminkten Blondine drauf: Automatisch bleibt der Blick der Betrachter zwischen den weit gespreizten Schenkeln hängen, die dürftig ein kurzes Röckchen umspielt. Nur der Aufdruck "Cheerleader Meisterschafts-Party" verrät, dass es hier nicht um die Berliner Erotikmesse, sondern um eine offizielle Veranstaltung des Football Verbands geht.

Kristin ärgert sich über dieses Poster - vor allem, weil ihre Telefonnummer darunter steht. Das Sex-Image der Cheerleader nervt. "Auch wenn wir im bauchfreien Top und kurzen Rock auftreten, machen wir einen knallharten Sport." Die Cheerleader in Deutschland haben mittlerweile sogar ihre eigene Meisterschaft, die Silver Streaks belegten im vergangenen Jahr den ersten Platz unter den Berliner Teams.

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Cheerleading ist kein lustiges Gehüpfe, sondern eine anstrengende Angelegenheit. Bis zu viermal die Woche trainieren die Cheerleader, jeweils drei Stunden lang. Alle sechs Monate müssen sie einen so genannten Try Out bestehen. "Low V", "High kicks", "Toe touches", "Tumbling" oder "Tossen" heissen die Figuren, die sie hier vorführen müssen, um weiterhin zum Team zu gehören. "Auch Rauchen und Trinken sind bei uns tabu", fügt Christina hinzu. "Für die Stunts muss man extrem fit sein."

Den klassischen Stunt, die Pyramide, bekommen die Zuschauer in der Kalkscheune nicht zu sehen. Dazu ist die Decke im Saal nicht hoch genug.

Als Intro legt der DJ den "Marching Song" auf, den an den amerikanischen Colleges normalerweise das Orchester spielt. Die Mädchen cheeren im "College-Stil", darauf legen sie grossen Wert. Sie zeigen verschiedene Tänze, jeder einzelne ist nur etwa 30 Sekunden lang. Mehr Zeit zum Anfeuern bleibt auch nicht während eines Footballspiels.

Neben den Gruppen des College-Stils gibt es in den Vereinigten Staaten noch die Cheerleader der National Football League, kurz NFL. "Den Mädchen in der NFL geht es um den Showeffekt. Die tragen offene Haare und zeigen keine Stunts. Wir machen mehr die sportliche Variante", sagt Christina. Doch auch bei der NFL sind die Aufnahmekriterien ziemlich hart, wenn auch nicht gerade im sportlichen Sinn. Wer nicht die richtige Oberweite oder zu dicke Schenkel hat, braucht sich gar nicht erst zu bewerben.

Dafür verdienen die Mädchen in der NFL viel Geld. Nicht selten haben sie nebenher noch Modelverträge, oft findet sich auch ein Filmstar als Freund. In der NFL selbst gelten allerdings strenge Benimmregeln: Wer etwas mit einem Footballer anfängt, fliegt aus dem Cheerleader-Team.

Auch in Deutschland gibt es einen Ableger der amerikanischen NFL, das Footballteam Berlin Thunder. Die Cheerleader der Thunders sind heiss begehrt. Für ihren Fanclub gibt es eine eigene Webpage mit einem Foto von jedem Girl. Klickt man zum Beispiel auf das Foto der blonden Stefanie, erfährt man, dass für die angehende Lehrerin "Humor und Spass ganz wichtig im Leben" sind. Wer die dunkel gelockte Samantha wählt, dem verrät die 21-jährige Studentin ihre grossen Ziele für die Zukunft. Nach ihrem Studium möchte sie am liebsten in die USA auswandern, um dort in der NFL zu cheeren.

Christinas Pläne klingen dagegen fast banal. Nach ihrem bestandenen Staatsexamen in Jura macht sie erst einmal ihr Referendariat.

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