Astronomie - Sonden Voyager 1 + 2

RAUMSONDEN VOYAGER
VOYAGER 1
(Quelle: www.welt.de / NASA)
Das entfernteste künstliche Objekt von der Erde

Raumsonde "Voyager 1" auf dem Weg in die Ewigkeit

Die 1977 gestartete Forschungssonde soll noch 20 Jahre lang Daten zur Erde liefern - Bild- und Tondaten für Ausserirdische

Von Harald Zaun

Washington - Allen drohenden Gefahren durch Sternenstaub,  Asteroiden, kosmischer Strahlung  und eisiger Kälte im All trotzend, hat die erfolgreichste irdische Forschungssonde nach knapp 23-jähriger Reise das Sonnensystem auf  Nimmerwiedersehen verlassen. Von ihrem Heimatplaneten, der über 11,8 Milliarden Kilometer entfernt ist,  zeugt nur noch ein kleiner, kaum wahrnehmbarer Punkt. Und bis die von "Voyager 1" ausgesandten lichtschnellen Funkimpulse auf Mutter Erde treffen, vergehen knapp zehn Stunden.

Seit ihrem Start am 05. September 1977 von Cape Canaveral verliert sich die 825 Kilogramm "erdschwere" Raumsonde mit einer Geschwindigkeit von 17,4 Kilometer in der Sekunde immer tiefer in die intergalaktische Unendlichkeit. Mit den Vorgängermodellen "Pioneer 10" und "11" und dem Zwilling "Voyager 2", der bereits am 20. August 1977 startete, aber eine langsamere Route nahm, teilt sie ein Schicksal: Sie wird von der kosmischen Exkursion nie mehr zurückkehren.
Am meisten gefordert wurde die nur 20 Watt sendestarke und 3,7 Meter grosse Parabolantenne von "Voyager 1", als sie beim Vorbeiflug an den Planeten Jupiter (1979) und Saturn (1980) grosse Datenmengen zur Erde funkte. Bei der Jupiterstation wurden zeitweilig 115.200 Bits pro Sekunde übertragen; innerhalb von nur 48 Sekunden gelangten die ersten Bilder vom grössten Planeten unseres Sonnensystem zu den einzelnen Stationen des Deep Space Network, deren weltweit zerstreute Schüsselantennen die Fahrt der "Voyager"-Sonden auf Schritt und Tritt verfolgten.
Das "Voyager 1" hier seiner Mission mehr als gerecht wurde, dokumentieren Zehntausende hochwertige Farbfotos - wie etwa die faszinierenden Aufnahmen vom Jupitermond Io. In einer Entfernung von nur 130.000 Kilometern wies "Voyager" auf dem Trabanten zum ersten Mal ausserirdische vulkanische Aktivitäten nach.
Nach getaner Arbeit gerieten die "Voyager"-Sonden jedoch schnell wieder in Vergessenheit. "Voyager 2" erlebte jedoch einen zweiten Frühling, als sie atemberaubende Bilder von den äusseren Planeten Neptun und Uranus lieferte.
Mitte Februar 1998 überholte "Voyager 1" den bis dahin fernsten Kundschafter im All: "Pioneer 10". Seitdem ist sie das am weitesten von der Erde entfernte, von Menschenhand geschaffene Objekt im Universum. Kein irdisches Gefährt operiert so weit entfernt seiner Heimat.
Die Sonde trägt eine 31 Zentimeter grosse, vergoldete Disk, auf der Bild- und Toninformationen der menschlichen Zivilisation gespeichert wurden. Vielleicht werden diese Daten irgendwann einmal tatsächlich von Ausserirdischen gefunden und entschlüsselt.
Die Verbindung zu "Voyager 1" will die Nasa noch bis zum Jahre 2020 aufrechterhalten, sofern die Batterien das reibungslose Übertragen von Datenmaterial ermöglichen. Projektleiter Ed Massey dämpft die Hoffnungen: "Momentan ist die Energie, die die Antennen von ,Voyager 1' einsammeln, 20 Milliarden Mal schwächer als die Leistung einer digitalen Uhr."
Wann auch immer das Piepsen von "Voyager 1" verstummen wird - für Massey und seine Kollegen hat der Späher im All seine Schuldigkeit längst getan: "Wir alle wissen, dass er Grosses geleistet hat."
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Links ins World Wide Web
Der NASA-Statusreport der Sonde im Netz
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